Schmuckstücke

Unsere geförderten Projekte

Menschen zusammen-
bringen

Mitgliedschaften - Ihre Vorteile

Herzlich willkommen!

Seit 1877 führt der Kunstgewerbeverein Menschen zusammen, die ihre Liebe zu den verschiedenen Spielarten der Angewandten Kunst ausleben und weitergeben möchten. Denn Gestaltungsfragen sind Lebensfragen! Unser Verein hat dafür das heutige Museum Angewandte Kunst gegründet und in den ersten 40 Jahren verwaltet. Dabei wurde er schon früh maßgeblich von der Polytechnischen Gesellschaft unterstützt. Heute ist er eines ihrer sieben Tochterinstitute.

Mit seinen etwa 500 Mitgliedern bildet der Verein ein Netzwerk aus Sammler*innen und Stifter*innen, Kunsthandwerker*innen und Designer*innen, Kunstliebhaber*innen und Unternehmen in der Region Frankfurt Rhein-Main und teils weit darüber hinaus. Der Verein wirkt durch Vorträge und Veranstaltungen sowie durch Akquise für große und kleine Projekte des Museums: Die Historische Villa Metzler am Schaumainkai ist durch den Kunstgewerbeverein zu einer kulturellen Begegnungsstätte geworden.

Schließen Sie sich unserem Freundeskreis an, der nun seit bald 140 Jahren ein außergewöhnliches Museum begleitet! Widmen Sie sich den gut gestalteten Dingen und ihren Menschen!


Liebe Mitglieder und Freunde des Kunstgewerbevereins,

aus aktuellem Anlass werden alle Veranstaltungen bis Ende April ausfallen.

In der Villa Metzler sitzen die Gäste sehr nah beieinander und ein Sicherheitsabstand, wie ihn das Robert Koch Institut fordert, ist in unserem Haus nicht gegeben. Die Besucher unserer Veranstaltungen kommen größtenteils mit öffentlichen Verkehrsmitteln, was ein weiteres Risiko darstellt.

Wir verfolgen die weitere Entwicklung aufmerksam und bemühen uns die Veranstaltungen zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Über kurzfristige Änderungen unseres Programms informieren wir Sie weiterhin über unseren Newsletter.

Mit besten Grüßen und bleiben Sie gesund!

 

Programm Januar bis Juni 2020


Spendenaufruf zum Ankauf des
Künstlerbuches "Tractatus logico-philosophicus"
von Barbara Fahrner

Barbara Fahrner, die sicher renommierteste Buchkünstlerin Deutschlands mit einem internationalen Ruf und Sitz in Frankfurt und New York, hat 2018 ein Künstlerbuch geschaffen. Sein Motiv ist der berühmte Text Ludwig Wittgensteins „Tractatus logico-philosophicus“, den er 1918 verfasst hat und der sich, verkürzt gesagt, mit dem „Nichtverstehen unserer Sprachlogik“ systematisch auseinandersetzt und dessen wohl bekanntes Zitat lautet: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“

Diesen Text übersetzt hundert Jahre nach Wittgenstein Barbara Fahrner in ein Künstlerbuch. Es handelt sich um ein Unikat aus Handschrift, Handzeichnung, Malerei, Linolschnitt und Stempeldruck auf Büttenpapier in der Größe 34 x 45 cm. Auf 24 Seiten gestaltet die Künstlerin den Text in bester Anlehnung an die Tradition mittelalterlicher Manuskripte und ihrer Gliederung des Schriftspiegels im Spaltensatz. Ornamentale Elemente der Buchausstattung strukturieren die Seiten so wie sie diese um freies Formenspiel erweitern. Die Wahrnehmung des Künstlerbuchs bewegt sich zwischen Text und Bild, damit zwischen Lesen und Sehen und folglich an einer Schnittstelle, bei der die Erscheinung eines Textes die Grenze zur bildende Kunst überschreitet. Die Buchrezeption ist hier zu einem Erlebnis aus Materialität in Verbindung mit Lust an Formen und Farben im Gegenüber der Dechiffrierung der Handschrift gesteigert. In dem Maße, wie sich hier Wittgensteins Text in ein handschriftliches Gesamtphänomen eines Kunstwerks verwandelt, durchbricht dieses Künstlerbuch das Klischee der Korrespondenz zwischen Text und Bild nach dem Modell einer Illustration, also der Bebilderung von Text.

Barbara Fahrner ist eine Meisterin der Buchkunst, des Schreibens mit der Hand im Übergang zum Zeichnen und Anwenden verschiedener Drucktechniken. Das beweist sich darin, dass sie die Blätter zuerst zu einem Buch als ein Blankoexemplar bindet und erst anschließend mit dem Schreiben und Gestalten anfängt. Ohne weitere Vorarbeiten teilt sie den Text vor ihrem geistigen Auge über die Seiten auf. Nicht nur, dass sie keine Fehler macht, vielmehr erweitert sie den Prozess des Schreibens um eine Komposition aus grafischen Komponenten und Symbolen. Folglich ist bei ihr das Schreiben ein Akt der Kunstproduktion.

Ihre Motivation für den „Tractatus“ beschreibt sie als: „Meinem Staunen Ausdruck geben!“ Für das Museum und seine Sammlung bedeutet dieses Künstlerbuch ein Staunen darüber, einem erstaunlichen philosophischen Text einen Ausdruck in der Kunst als Buch in einer einmaligen Weise gegeben zu haben. Dieses Werk knüpft hervorragend an die Sammlung Buchkunst und Grafik an. Dies in mehrfacher Hinsicht. Nicht nur, dass es die Begründer der Sammlung, die beiden Brüder Michael und Albert Linel und ihre bibliophile Leidenschaft ehrt. Vielmehr verbindet es sich darüber hinaus mit den mittelalterlichen Manuskripten und illuminierten Handschriften der Sammlung. Sein Status als Künstlerbuch wiederum verweist darauf, dass der Kunstgewerbeverein und das Museum Barbara Fahrner seit den 1980er Jahren sammeln. Hierbei sei lediglich exemplarisch an die „Zweite Enzyklopädie von Tlön“ erinnert – ein mehrjähriges und aufwendiges Künstlerbuchprojekt, auf dessen Erwerb durch den Kunstgewerbeverein das Museum nicht nur sehr stolz ist, sondern das immer wieder ein relevantes Vermittlungs- und Ausstellungsthema ist.


Die Historische Villa Metzler

Lernen Sie ein Kleinod des Klassizismus am Frankfurter Museumsufer kennen.

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Die polytechnische Familie

Der Kunstgewerbeverein in Frankfurt am Main e.V. ist ein selbstständiges Tochterinstitut der Polytechnischen Gesellschaft. Bald nach seiner Gründung 1877 ging der Verein 1878 unter das Dach der Gesellschaft, 1920 trennten sie sich und 1958 kamen sie wieder zusammen. Seit 1965 beteiligt sich der Kunstgewerbeverein an der Vortragsreihe der Polytechnischen Gesellschaft. Als sich im Jahr 2006 die Polytechnische Gesellschaft größer aufstellen konnte, begann sie, den Kunstgewerbeverein für seine gemeinnützige Arbeit mit einer jährlichen Zuwendung zu unterstützen.

Die Polytechnische Gesellschaft

Die Polytechnische Gesellschaft, entstanden 1816, hat in den vergangenen 200 Jahren 50 Tochterinstitute gegründet. Die Anlässe waren immer aktuell. Verantwortungsvoll und mit dem Wunsch zu gestalten und zu verbessern, nahmen sich die Polytechniker verschiedener Themen an. Einige Tochterinstitute gingen in städtische Trägerschaft über, andere wurden verkauft oder lösten sich wieder auf, um Platz für neue Initiativen zu schaffen. Heute gehören sieben Tochterinstitute zur polytechnischen Familie, die sich - von der Mutter finanziell gefördert - für Kultur, Kunst, Wissenschaft, Bildung und Soziales einsetzen.

Die Tochterinstitute

Neben dem Kammermusikverein engagiert sich besonders die 2005 gegründete Stiftung Polytechnische Gesellschaft für Wissenschaft und Bildung. Sie ist von der Polytechnischen Gesellschaft großzügig ausgestattet worden und spielt in Frankfurt auf vielen Feldern mit. So unterstützt sie auch Kultur und Soziales und ist sowohl fördernd als auch operativ unterwegs. In zahlreichen Stipendienprogrammen hat sie zum Beispiel seit ihrem Bestehen 45.000 Frankfurter Bürgerinnen und Bürger, darunter 1.100 Stipendiat*innen, gefördert. Die Wöhler-Stiftung, das Kuratorium Kulturelles Frankfurt e.V. und der Kunstgewerbeverein in Frankfurt am Main engagieren sich für Bildung, Kunst und Kultur und bereichern mit vielen eigenen Veranstaltungen die Frankfurter Kulturszene. Am Institut für Bienenkunde in Oberursel arbeiten Wissenschaftler*innen und Imker*innen gemeinsam daran, das Überleben der Bienen zu sichern. Und das älteste, heute noch aktive Tochterinstitut ist die Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte, die sich dafür einsetzt, dass Blinde und sehbehinderte Menschen aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.